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Mini-Wärmepumpe im Altbau: Handlich, klein und leise

imd mini wärmepumpe 2

Haben wir das fehlende Puzzleteil für den Ausstieg aus Gasfür Heizung, Warmwasser und Kühlung in Altbauwohnungen gefunden? Vielleicht.

Im Zuge einer TGA-Begehung (Inspektion der technischen Gebäudeausrüstung) haben wir in drei Referenzwohnungen Alternativen zu Gastherme bzw. Elektroboiler geprüft. Das erfreuliche Ergebnis: Der Ausstieg aus Öl und Gas in Wiener Gründerzeithäusern bzw. im mehrgeschossigen Wohnbau ist einfacher, als viele denken. Denn die Alternative zu dezentralen Gasthermen und Einzelöfen lautet: Mini-Wärmepumpe. Wer jetzt an große, laute Quader auf Balkonen oder Fassaden denkt, sollte weiterlesen.

Eine Mini-Wärmepumpe (in unserem Fall vom österreichischen Hersteller iDM entwickelt) ist sehr kompakt und arbeitet – wie ein moderner Kühlschrank – extrem leise. Sie fügt sich unauffällig in den Raum ein und kann, ähnlich wie ein Split-Gerät einer Klimaanlage, über Kopf / Türstock an der Rohdecke im Vorraum oder Badezimmer montiert werden. Von dort aus entfaltet sie ihre grandiose Wirkung. 

Die Geräte mit ihren Abmessungen von 46 x 46 x 84 cm ersetzen bisherige Gasthermen und machen auch Kaminanschlüsse und Besuche des Rauchfangkehrers obsolet.

Für jede Wohnung wurden die baulichen Besonderheiten dokumentiert. Dazu gehören etwa die Anpassung von Lüftungsgittern, das Verschließen stillgelegter Kamine oder das Spülen alter Heizungsrohre. So erhält jede Wohnung eine eigene dezentrale Wärmepumpen-Einheit, die elektrisch über den bestehenden E-Verteiler abgesichert wird.

Heizung und Warmwasser ohne fossile Brennstoffe

In einer der Wohnungen wird ein 80-120-Liter-Boiler vorgesehen, der ausreichend Warmwasser zum Duschen oder eine Badewannenfüllung liefert. In zwei anderen Wohnungen erfolgt die Montage im Eingangsbereich, mit Anschluss an die bestehende Heizungs- und Wasserinfrastruktur.

Diese Umstellung ist technisch ausgereift und ein Schritt in Richtung energieeffizienter Zukunft. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren von einer modernen, umweltfreundlichen Lösung, die kaum Platz beansprucht und zuverlässig Wärme liefert.

Energiequelle / Anergienetz

In Kombination einer hauseigenen, innovativen niedrigtemperaturgeführten PVT-Anlage (Eigenstrom- und Wärmeerzeugung), einer Tiefenbohrtechnologie und einem Zwischenspeicher im umgerüsteten Öltank wird die CO2-frei erzeugte Energie über einen zentralen Steigstrang im Stiegenhaus als sog. „kalte Sole“ verteilt.

Verlustfreie Energieumwandlung

Erst innerhalb der Wohnung (dezentral) wird dank Mini-Wärmepumpe die Anergie ohne Energieverluste auf das gewünschte Temperaturniveau für Raumwärme bzw. Warmwasser angehoben.

Dank Niedertemperatur von 35°C bis max. 55°C steigt die Effizienz beim Heizen auf einen COP (=Leistungszahl) von 4,5 und bei Warmwasser bei Temperaturen von 45°C bis 60°C auf einen COP von 3. Das bedeutet: Aus 1 Kilowattstunde Strom erzeugt die Wärmepumpe 4,5 bzw. 3 Kilowattstunden Wärme.

Raumkonditionierung

Zusätzlich kann bei Einsatz von Niedertemperaturheizkörpern auch eine kostenfreie sommerliche Raumkühlung (Grundlastkühlung) als zusätzlicher Komfortgewinn erzielt werden.

Faire Betriebskostenverteilung / Abrechnung

Die Verbrauchswerte werden von den individuelle Behaglichkeitsanforderungen geprägt. Die Abrechnung erfolgt individuell pro Wohnung und erfordert keine zusätzliche Wärmemengenzählung.

Dank einer hauseigene PV-Anlage (GEA-Modell) kann der elektrische Energieverbrauch noch stark optimiert werden.

Noch offene Punkte zur Mini-Wärmepumpe

Offen sind noch Fragen zur Kostenaufteilung. Soll die Eigentümergemeinschaft die Arbeiten vollständig tragen oder ist ein Selbstbehalt für die Eigentümer:innen vorgesehen? Außerdem gilt es zu klären, ob die Mini-Wärmepumpen in die Verantwortung der einzelnen Bewohner:innen / Mieter:innen übergehen und ob ein gemeinsamer Wartungsvertrag mit einem begleitenden Monitoring möglich ist.

Die Mini-Wärmepumpe ist jedenfalls ein absolut kultiger, zukunftsweisender Schritt im innerstädtischen mehrgeschossigen Wohnbau. Ein unkomplizierter Ausstieg aus der fossilen Ära.

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Beitragsbild: iDM

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