Ja, es gibt sie noch.
Die Wiener Gründerzeithäuser in Privatbesitz einer Familie, mit hohen Räumen, alten Kastenfenstern und ruhigen Innenhöfen. Eine dieser Eigentümerfamilien hat nun bei uns eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: ein umfassendes Sanierungskonzept.
Zielsetzung und Ausgangslage für das Sanierungskonzept
Das 1872 errichtete Seitenflügelhaus umfasst fünf Ebenen inklusive Keller und acht Wohneinheiten.
Ziele der Sanierung sind:
- den Bestand zu erhalten,
- energetisch zu modernisieren und
- die Wohnqualität für alle Bewohner:innen zu erhöhen.
Neben der thermischen Sanierung sind Aufstockungen, Balkone und Dachbegrünung im Sanierungskonzept vorgesehen.

Bild erstellt mittels DALL-E nach Bestandsfoto
Die Eigentümerfamilie will, dass das Haus weiterhin von einer gewachsenen Hausgemeinschaft bewohnt wird. Menschen, die einander kennen, einander grüßen, sich gegenseitig helfen und den Garten im Innenhof pflegen, sollen auch nach der Sanierung dort leben können.
Bauliche und energetische Maßnahmen
Das Sanierungskonzept sieht umfassende Arbeiten an der gesamten Gebäudehülle vor. Der Keller wird zu einem funktionalen Bereich mit Technik-, Lager- und Gemeinschaftsräumen umgestaltet. Im Erdgeschoss entstehen neue Abstellflächen, ein Müllraum und ein Gartenanschluss.
In den Obergeschossen werden Wohnungen saniert, Kamine entfernt und Balkone ergänzt. An den Fassaden sind Pflanztröge und Nistkästen für Vögel vorgesehen. Das Dach wird abgetragen und durch zwei neue Geschosse ersetzt. Diese bekommen begrünten Flächen und eine Photovoltaikanlage.
Wärmeversorgung und Energieeffizienz
Zentraler Punkt im Sanierungskonzept ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Mehrere Varianten wurden geprüft: der Anschluss an die Fernwärme, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden.
Die Fernwärme liegt direkt vor dem Haus und ist technisch leicht umsetzbar, verursacht aber höhere CO₂-Emissionen. Die Luft-Wärmepumpe ist günstiger in der Errichtung, ermöglicht das Kühlen, arbeitet aber bei Kälte weniger effizient. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe ist energetisch die nachhaltigste Lösung, erfordert jedoch höhere Investitionen und eine präzise Planung der Erdsonden.
Langfristig bietet die Kombination aus Erdsonden und Luftwärmetauscher die beste Balance aus Effizienz und Klimaschutz.
Förderung
Das Land Wien (wohnfonds_wien) fördert mit rd. 30% die Kosten der Sockelsanierung. Die Bundesförderung (kpc) wird voraussichtlich zusätzlich bei rd. 27% liegen. Da alle Wohnungen über 10 Jahre vermietet sind, sind keine Angebotswohnungen zur Verfügung zu stellen.
Was uns besonders freut: Die Mieter:innen zahlen freiwillig EUR 1,20 mehr Miete. Das ist der Betrag, den sie sich hinkünftig in den Betriebskosten sparen.
Benötigen Sie auch ein Sanierungskonzept für Ihr Gründerzeithaus? Kontaktieren Sie uns und testen Sie unseren neuen Gründerzeit-Sanierungsrechner!

